NEUROLINGUISTIK / SPRACHPATHOLOGIE
Klinische Linguistik

 

 

 

Das Studium der Neurolinguistik
/ Klinischen Linguistik / Sprachpathologie
in Freiburg und am Oberrhein (Leitfaden)

1.    Einleitung:

Im Sommer 1993 haben kognitionswissenschaftlich orientierte Sprachwissenschaftler der Universitäten Basel, Freiburg und Strasbourg die Oberrheinische Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' gegründet. Mitte 1994 wurde die Zusammenarbeit ausgeweitet auf Nachbardisziplinen wie die Neuropsychologie und medizinische Teilfächer wie die Neurologie und die 'Kinder- und Jugendpsychiatrie'. Im Frühsommer 1996 wurde die Sektion "Neurolinguistik" eingerichtet. Mit Beschluß vom 4.2.1994 wurde die Oberrheinische Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' bei EUCOR (Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten) angemeldet. - Die Arbeitsgemeinschaft gibt die Reihe "cognitio - Kognitions- und neurowisschaftliche Beiträge zur natürlichen Sprachverarbeitung" heraus (ursprünglich HochschulVerlag Freiburg, dann Narr-Verlag Tübingen, jetzt Lang-Verlag Bern u.a.) und betreut im 'Dreiländereck' eine Vielzahl von Forschungsaktivitäten und Unterrichtsveranstaltungen im Bereich der 'kognitions-' und 'neurowissenschaftlich' orientierten Sprachwissenschaft.

Nach wie vor ist es am Oberrhein nicht möglich, "Neurolinguistik" / "Klinische Linguistik" / "Sprachpathololgie" als eigenen Studiengang (z.B. Master-Studiengang) zu studieren; nach Meinung der Arbeitsgemeinschaft muß es allerdings Ziel sein, am Oberrhein möglichst bald einen trinationalen Studiengang "Neurolinguistik" einzurichten. Die Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' hat als Übergangslösung beschlossen, Studienleistungen - gleich an welcher der drei Universitäten Basel, Freiburg oder Strasbourg sie erbracht werden, - gleich in welchem neurowissenschaftlichen Fach sie erbracht werden - in Form eines "Zertifikats 'Klinische Linguistik' " dann zu bestätigen, wenn sie den unten erläuterten Richtlinien und Studienempfehlungen genügen; dabei wird als Modellfall das neurolinguistische Lehrangebot in Freiburg zugrundegelegt (das jeweils im Internet unter www.neurolabor.de aushängt). - Die Arbeitsgemeinschaft orientiert sich in ihren quantitativen wie qualitativen Vorstellungen an den Studienbedingungen der französischen Orthophonisten, an den Richtlinien des deutschen Berufsverbandes der Klinischen Linguisten und an neuen Regelungen der EU. - Die Richtlinien und Studienempfehlungen werden ständig aktualisiert und an den 'Markt' angepaßt.

Das 'Zertifikat "Klinische Linguistik" ' faßt diejenigen Studienleistungen im Bereich der Neurowissenschaften / Neurolinguistik zusammen, die nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' als Basis für einen Antrag auf Zulassung als Sprachtherapeut z.B. bei den gesetzlichen Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland dienen können; die unten ausgeführten Anforderungen und deren Erfüllung erscheinen uns unverzichtbar und zugleich hinreichend für einen Antrag auf Zulassung als Sprachtherapeut zu sein. Im Einzelfall bieten wir Hilfestellung und Unterstützung bei der Antragstellung.

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2.    Was ist "Klinische Linguistik" / "Neurolinguistik" / "Sprachpathologie"?

2.1. Neurolinguistik: Die Neurolinguistik ist ein Teilgebiet der Linguistik, das den Zusammenhang von alltäglicher, natürlicher Sprachverarbeitung und Gehirn behandelt.

Was die Begrifflichkeit angeht, so charakterisiert der Name "Neurolinguistik" ein spezifisches Überschneidungsgebiet der Linguistik mit der Biologie bzw. Neurobiologie (und verwandten Gebieten), mit der Medizin (Neurologie, Psychiatrie, 'Kinder- und Jugendpsychiatrie') und dann vor allem mit der Psychologie (bzw. Neuropsychologie), der es ebenfalls um den Zusammenhang von Prozessen der Informationsverarbeitung und Struktur und Funktionsweise des Gehirns geht. Dieses Überschneidungsgebiet (zu dem alles in allem auch noch ein Stück Informatik, die Neuroinformatik, gehört) wird heute auch als neue, eigenständige Wissenschaft, als "Neurowissenschaft" verstanden; danach ist die Neurolinguistik ein Teilbereich der Neurowissenschaft.

2.2. Neurolinguistik und Kognitionswisschaft(en): Dass sich der Überschneidungsbereich alteingesessener wissenschaftlicher Disziplinen zu einem neuen (und neuartigen) eigenständigen Fach weiterentwickelt, ist in der Wissenschaftsgeschichte nichts Neues (vgl. dazu auch noch weiter unten); bekannt geworden ist etwa die Verselbständigung kognitiv orientierter Disziplinen zur "Kognitionswissenschaft". Schaut man sich allerdings genauer an, welche grundständigen wissenschaftlichen Fächer an der Kognitionswissenschaft partizipieren, dann stellt sich die Frage, worin der Unterschied zur Neurowissenschaft bestehen soll.

Kognitionswissenschaften sind definiert als Fächer, in denen es um 'kognitive' oder 'mentale' (der Beobachtung nicht direkt zugängliche) Repräsentationen, Strukturen und Prozesse und um Regeln geht, nach denen solche Prozesse ablaufen. Entsprechend kann die Neurolinguistik nur eine kognitive Wissenschaft sein, - eine nicht 'kognitiv orientiert' Neurolinguistik wäre ein Widerspruch in sich selber.

2.3. Neurolinguistik und Psycholinguistik: Im wissenschaftlichen Alltag wird häufig von "Psycho- und Neurolinguistik" gesprochen, wobei der Überschneidungsbereich der Linguistik mit der Psychologie, die Psycholinguistik, eine bereits ehrwürdige Tradition aufweist. Vorweg soll bereits hier festgehalten werden, dass selbstverständlich auch die Psycholinguistik eine kognitive Wissenschaft ist; - eine nicht-kognitive Psycholinguistik kann es schon dem Begriff nach nicht geben.

Was unterscheidet die Psycholinguistik von der Neurolinguistik? Solange wir bei der Analyse und Modellierung alltäglichen natürlichen Sprachverhaltens keinen Bezug auf die Hardware bzw. die biologischen (bioelektrischen, biochemischen, kurz: physiologischen) und anatomisch-morphologischen Aspekte des menschlichen Gehirns nehmen, solange betreiben wir (nur) Psycholinguistik; das dürfte auch der Grund sein, warum hier eine Vielzahl von Modellvorstellungen im Umlauf sind, die sich eher an der Arbeitsweise des Computers als an derjenigen des menschlichen Gehirns orientieren (das menschliche Gehirn arbeitet aber eben gänzlich anders!).

Anders formuliert braucht sich die Psycholinguistik nicht der Nachfrage nach einer biologischen Präzisierung oder zumindest Präzisierbarkeit ihrer Modellvorstellungen zu stellen, - ein wissenschaftstheoretisches Prinzip der Bewertung von Modellvorstellungen, das jedoch die Neurowissenschaften in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit stellen (stellen müssen, um Neurowissenschaft zu sein). 

Eine dritte Formulierung des gleichen Sachverhalts: Aus der Psycholinguistik entsteht dann die Neurolinguistik, wenn über die Psychologie (Neuropsychologie) hinaus die Biologie (Neurobiologie, Humanbiologie des Gehirns und des Nervensystems) zugeschaltet wird.

2.4. Neurolinguistik und Klinische Linguistik I: Die Neurolinguistik hat es nicht nur, aber immer auch mit Sprachpathologien zu tun; in solchen Fällen wird sie klinisch relevant, wird sie zur Klinischen Linguistik; beruflich ist der Klinische Linguist bevorzugt als Sprachtherapeut in Kliniken und Praxen tätig.

Umgekehrt erschöpft sich allerdings die Klinische Linguistik (als klinisch relevante Linguistik) nicht in der Neurolinguistik; klinisch relevant bzw. in den letzten Jahren relevant geworden sind darüber hinaus solche Teildisziplinen der Linguistik wie die Gesprächs- bzw. Konversationsanalyse, die insbesondere im Rahmen therapeutischer Interventionen allergrößte Aufmerksamkeit verdient und auch bekommen hat.

2.5. Neurolinguistik und Klinische Linguistik II: Unter einer Sprachpathologie versteht man Störungen und Zerstörungen der Sprachverarbeitung, wie sie etwa als Aphasien (= a) oder bei psychotischen und neurotischen Störungen (= b) oder im Rahmen dementieller Abbauprozesse (= c) begegnen. Als weiteres großes Gebiet (= d) rechnen wir hinzu Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen.

Von einer Aphasie (= a) sprechen wir, wenn es sich um Sprachstörungen handelt, die auf eine umschriebene organische Läsion in sprachrelevanten Regionen des Gehirns zurückgehen. Psychosen und Neurosen (= b) gehen in der Regel auf das Zusammenspiel genetischer Dispositionen und Stressfaktoren zurück; bekannt geworden sind hier insbesondere Auffälligkeiten der Sprachverarbeitung und des Kommunikationsverhaltens bei Schizophrenie oder bei einer Depression. Unter Demenzen (= c) verstehen wir diffuse Abbauprozesse des Gehirns, wie sie z.B. bei einer Alzheimer-Erkrankung vorliegen. Zur Definition einer Demenz gehört es, dass entsprechende Symptome nicht auf singuläre fokale Läsionen zurückgehen, wie das eben bei Aphasien der Fall ist.

Von Sprachentwicklungsstörungen sprechen wir, wenn es zu Verzögerungen der sprachlichen Entwicklung kommt, die nach Ausmaß und Qualität erwarten lassen, dass ein Kind sie nicht ohne Hilfestellung gewissermaßen von selbst einholt (andernfalls würde man höchstens von einer Entwicklungsverzögerung sprechen). - Grundlegend für den Begriff der "spezifischen Sprachentwicklungsstörung" ist es, dass die beobachtbaren Auffälligkeiten nicht ersichtlich Folge anderer Erkrankungen bzw. Pathologien sind. So müssen wir heute davon ausgehen, dass eine Aphasie im Kindes- und Jugendalter immer zu Sprachentwicklungsverzögerungen und Sprachentwicklungsstörungen führt, die aber nicht zu den "spezifischen Sprachentwicklungsstörungen" gehören, weil sie Folge einer zugrundeliegenden Aphasie sind.

2.6. Zusammengefasst umfasst die Neurolinguistik auch - sich überschneidend: Themen psycholinguistischer und kognitiv-linguistischer Natur, aber auch Fragestellungen der theoretischen Linguistik und - nicht zuletzt - grundlegende Einsichten aus linguistischen Teildisziplinen wie der Phonetik.

Was den Zusammenhang der 'Mutterdisziplin' Linguistik und solcher 'Randgebiete' (wenn es denn welche sind) wie der Neurolinguistik oder dann der Klinischen Linguistik angeht, so sind diese sogenannten Randgebiete längst zum neuen Zentrum der Linguistik geworden!

3.    Organisatorischer Hintergrund

Die Neurolinguistik ist einerseits ein Teil der "Sprachwissenschaft des Deutschen"; soweit ist sie eine "Geisteswissenschaft" und kann entsprechend studiert werden im Rahmen eines philologischen Studiums (so jedenfalls in Freiburg). Andererseits ist die Neurolinguistik eine Teildisziplin der Neurowissenschaften (vgl. das neu gegründete Freiburger "Zentrum für Neurowissenschaften" ZfN), zu denen im wesentlichen neben der Neurolinguistik die Neuropsychologie, die medizinischen Fächer Neurologie und Psychiatrie / Kinder- und Jugendpsychiatrie und dann die Neurobiologie gehören (zeitweilig war die Neurolinguistik in Freiburg sogar ein Teilfach der Neurologie).

In der Öffentlichkeit begegnet uns häufig auch die Rede von der Neurolinguistik als einem interdisziplinären Gegenstandsbereich (wir kommen darauf zurück). Das war sicherlich einmal eine zutreffende Sichtweise. Viele Neurowissenschaftler gehen heute jedoch darüber hinaus und verstehen die Neurolinguistik fachlich als Ausschnitt aus dem einheitlichen (neuen) Fach "Neurowissenschaft", und das bedeutet nicht zuletzt, dass es in der Sache keine Grenzen gibt etwa zur Neuropsychologie oder auch zur Neuroinformatik.

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4.    Neurolinguistik / Klinische Linguistik in der Ausbildung

4.1. Wir orientieren uns mit unseren Vorschlägen im Folgenden am klinisch relevanten neurolinguistischen Lehrangebot am Oberrhein. In Ersatz universitärer Lehrveranstaltungen können auch entsprechende Fortbildungsveranstaltungen angerechnet werden (gilt seit Januar 2006 - die Anrechnung einer Fortbildungsveranstaltungen muß bei der Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' beantragt werden und wird von Fall zu Fall entschieden). - Generell geht es um eine Schwerpunktbildung, die quantitativ und qualitativ wie folgt gestaltet sein muß:

Dem Umfang nach soll mindestens ein Drittel der Studienleistungen einer solchen Schwerpunktbildung den Sprachstörungen bei neurologischen Erkrankungen (Aphasien, Dysarthrien etc.) gewidmet sein. Ungefähr ein weiteres Drittel soll Sprachverarbeitungs- und Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen betreffen (so die sog. spezifischen Sprachentwicklungsstörungen, aber auch Legasthenien oder kindliche Kommunikationsstörungen wie Autismus und selektiver Mutismus). Schließlich soll des weiteren eine ausführlichere Einarbeitung in kognitive Defizite und Defizite der Sprachverarbeitung bei dementiellen Syndromen Gegenstand sein.

Empfehlenswert ist auch die Beschäftigung mit einer Reihe 'kleinerer' Sprachpathologien; dazu rechnen wir u.a. Artikulationsstörungen bei multipler Sklerose oder Parkinson oder etwa psychogene Sprachstörungen.

4.2. Eine Schwerpunktbildung im Bereich der Neurolinguistik / Klinischen Linguistik / Sprachpathologie wird als "Zertifikat Klinische Linguistik" eigens bestätigt, wenn die betreffenden Kandidaten und Kandidatinnen mindestens sechs (6) thematisch einschlägige Lehrveranstaltungen aus dem Bereich der klinisch relevanten Neurolinguistik / Sprachpathologie erfolgreich (qualifizierter Schein) absolviert haben (die Erhöhung auf 6 qualifizierte Scheine gilt ab November 2003).

4.3. Teil der Schwerpunktbildung sind studienbegleitend mindestens drei je mindestens 1,5 Monate dauernde Praktika in einer Klinik oder sprachtherapeutischen Praxis. Im Rahmen dieser Praktika muss der Praktikant supervidiert (betreut) werden. Jedes Praktikum muss mit einem Praktikumszeugnis abgeschlossen werden, das die Krankheitsbilder und die Art der Tätigkeit des Praktikanten (samt einer formlosen gutachterlichen Stellungnahme) beschreibt. (Dieser Passus wurde Anfang November 2004 als verpflichtend in die Empfehlungen aufgenommen.)

4.4. Teil einer Schwerpunktbildung "Neurolinguistik / Klinische Linguistik / Sprachpathologie" ist darüberhinaus die Teilnahme an mindestens drei Fortbildungsveranstaltungen oder internationalen Tagungen der Neurolinguistik / Klinischen Linguistik (gilt seit Februar 2006).

4.5. Teil sind zudem 4 Testate. - Ein Testat erwirbt man durch Teilnahme an neuropsychologischen, neurophysiologischen (Bildgebung, Elektrophysiologie) und neurolinguistischen Tests. - Ein Testat bescheinigt, dass der Student / die Studentin sich (in der Regel als Versuchsperson) mit den betreffenden Tests vertraut gemacht hat. (Dieser Passus wurde Anfang November 2003 als verpflichtend den Ausbildungsrichtlinien hinzugefügt.)

4.6. Teil der Schwerpunktbildung ist eine wissenschaftliche Abschlussarbeit / Examensarbeit aus dem Gebiet der klinisch relevanten Neurolinguistik bzw. Klinischen Linguistik.

4.7. Die Bestätigung einer Schwerpunktbildung und der damit erworbenen Zusatzqualifikation im Bereich der Neurolinguistik / Klinischen Linguistik erfolgt nur in Zusammenhang mit einem Studienabschluss wie dem Magister, dem Diplom, dem Staatsexamen oder der Promotion.

4.8. Als Hintergrund-Qualifikation ist für Nicht-Sprachwissenschaftler der erfolgreiche Besuch (qualifizierter Schein) einer "Einführung in die Linguistik / Sprachwissenschaft" (unter besonderer Berücksichtigung der Neurolinguistik), einer Einführung in die Neurolinguistik (Proseminar / Vorlesung "Neurolinguistik" / "Sprache und Gehirn") und zweier sprachwissenschaftlicher Pro- oder Hauptseminare (mit wissenschaftlicher Hausarbeit) unverzichtbar.

Nicht-Psychologen müssen zusätzlich zu ihren Studienfächern Psychologie als (Neben)Fach wählen. - In Ersatz eines Nebenfachstudiums "Psychologie" kann auch eine (von den Anforderungen her vergleichbare) Schwerpunktbildung und Zusatzqualifikation im Bereich neuropsychologischer Gegenstände und Themen erfolgen.

4.9. Neben den unter 4.3. geforderten drei Praktika ist für einen Antrag auf Zulassung / Niederlassung (Antrag an die Gesetzlichen Krankenkassen bzw. den Medizinischen Dienst der Gesetzlichen Krankenkassen) zwischen dem Zeitpunkt der 'Scheinfreiheit' und dem Abschlussexamen oder direkt im Anschluss an das Abschlussexamen eine halbjährige supervidierte berufliche Tätigkeit als Sprachtherapeut in einer Klinik oder einer sprachtherapeutischen Praxis notwendig; das kann auch ein entsprechendes halbjähriges Praktikum sein.

4.10. Bis zum 6. Dezember 2004 wurde eine den obigen Richtlinien entsprechende Schwerpunktbildung für Freiburg vom Deutschen Seminar 1 (Sprachwissenschaft des Deutschen) bestätigt. Seit Anfang 2005 übernimmt die Oberrheinische Arbeitsgemeinschaft 'Kognition'  (Basel - Freiburg - Strasbourg), hier deren Sektion "Neurolinguistik", die Kontrolle der entsprechenden Schwerpunktbildung / Studienleistungen und deren Bestätigung.

Die Sektion "Neurolinguistik" der Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' hat auch eine Supervisionsordnung erlassen und ernennt Mitglieder, die die entsprechenden Qualifikationen mitbringen, zu Supervisoren. - In Einzelfällen kann eine halbjährige berufliche Tätigkeit oder ein entsprechendes Praktikum auch von Supervisoren der Sektion "Neurolinguistik" der Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' betreut werden.

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5.    Das Berufsfeld 'Klinische Linguistik / Sprachtherapie'

Die Sektion "Neurolinguistik" der Oberrheinischen Arbeitsgemeinschaft 'Kognition' arbeitet derzeit in Deutschland mit Freiburger Absolventen in folgenden Kliniken und Praxen zusammen:

Elisabeth Heine M.A., ursprünglich Median-Klinik (Freiburg, Mooswald); jetzt Implant Centrum Freiburg (Universitätskliniken)

Markus Gress-Heister M.A., Schule für Logopädie und Ergotherapie ("Prof. König und Leiser Schulen") Kaiserslautern,

Dr. Verena Laule-Schlageter M.A., eigene Praxis in Albbruck-Birndorf

Nils Lürmann M.A., Leiter der sprachtherapeutischen Abteilung, Schwarzwaldklinik Bad Krozingen

Dr. Thomas Urbach M.A., Neurologische Klinik Elzach (bei Freiburg)

Dr. Christiane Weber M.A., eigene Praxis in Kitzingen, Bayern

Kristine Belebski M.A., zunächst Rehabilitationsklinik Klausenbach, Fachklinik für Hirnfunktionsströungen (Memory-Klinik),  jetzt Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke (bei Witten/Ruhr)

Silke Maisch M.A., Edith-Stein Fachklinik für Neurologie, Bad Bergzabern (in der Nähe von Karlsruhe)

Pete Guy Spencer M.A., Hegau-Jugendwerk, Neurologische Reha-Klinik, Gailingen (am Oberrhein)

Verena Maas M.A., Hegau-Jugendwerk, Neurologische Reha-Klinik, Gailingen (am Oberrhein)

Regina Schneider M.A., Sprachtherapeutische Praxis Dr. Jürgen Steiner, Zell am Harmersbach

Falke Schwarz M.A., eigene Praxis in Freiburg i.Br.

Wir möchten darauf hinweisen, dass der Zugang zum Beruf 'Sprachtherapeut' nicht geregelt ist. Anwärter können neben sogenannten Klinischen Linguisten unterschiedlicher Universitäten auch Sprachheilpädagogen und Logopäden / Diplomlogopäden sein.

6.    Ausblick

Bereits seit geraumer Zeit tagt eine bundesweit besetzte Kommission, die sich um eine Vereinheitlichung der Ausbildung zum Sprachtherapeuten bemüht. Wir möchten alle Interessierten bitten, sich auf dem Laufenden zu halten, was sich hier an neuen Regelungen ergibt.

Darüber hinaus dürfte es in absehbarer Zeit zu einer EU-weiten Vereinheitlichung kommen. Auch hier raten wir den Interessentinnen und Interessenten, sich auf dem Laufenden zu halten.

Was den Berufsverband der Klinischen Linguisten (BKL) angeht (Sektion im 'Verband der akademischen Sprachtherapeuten'), so begegnet man gelegentlich der irreführenden Behauptung, nur ein vom BKL anerkannter Klinischer Linguist / nur eine vom BKL anerkannte Klinische Linguistin würde von den Gesetzlichen Krankenkassen bzw. dem sog. Medizinischen Dienst zugelassen (Niederlassungsrecht, Recht auf Eröffnung einer eigenen Praxis). DAS IST NICHT UND WAR NIE DER FALL; zuständig für die Ausbildung sind nach wie vor ausschließlich die ausbildenden Institutionen; auf der Basis einer entsprechenden Qualifikation ist es sodann der sog. Medizinische Dienst der Gesetzlichen Krankenkassen 'vor Ort', der die Zulassung erteilt (nähere Auskünfte können beim Neurolinguistischen Labor - neurolab@zfn-brain.uni-freiburg.de - eingeholt werden). Nichts desto weniger kann es sinnvoll sein, in den BKL bzw. in den 'Verband der akademischen Sprachtherapeuten' - sofern möglich - einzutreten.

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